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Berufsbildung in Massawa

Aktuell:

Im Februar 2020 hat die DEZA den Entschluss kund getan, das Projekt Massawa Workers Vocational Training Center (MWVTC) für weitere drei Jahre (2020 - 2023) zu unterstützen. Der Entscheid kam nicht ganz unerwartet, da sowohl die betreuenden DEZA Verantwortlichen als auch ein externes Expertenteam  - angeführt von Eduard Gnesa - dem Projekt ein gutes Zeugnis ausgestellt hatten. Das SUKE freut sich sehr und dankt allen Beteiligten für das grosse Engagement. 

Das Pilotprojekt Berufsbildung im MWVTC startete im November 2017 mit drei Klassen: Elektriker, Elektroniker und PC-Anwender. In allen Klassen hatte es von Beginn an auch Frauen, die ihr Wissen und Können erweitern konnten. Den grössten Frauenanteil hat jeweils der Kurs: PC-Anwender. Mit der In-Betrieb-Nahme der Holz- und der Metallwerkstatt haben sich neue Möglichkeiten eröffnet. Derzeit ist eine Ausbildung in sieben verschiedenen Berufen möglich: Schreiner, Schlosser, Elektromonteur, Elektroniker, Informatiker, Netzwerktechnologie und Kühltechnik.

Wenn die Schweizer Berufs-Fachschul-Lehrer ihre eritreischen Kollegen in Massawa besuchen, erarbeiten sie mit ihnen am morgen neue Formen des Unterrichtens wie z.B. arbeiten mit LernJobs. Während ein skeptischer eritreischer Kollege zunächst meinte, "er müsse doch mit seinen Lernenden nicht spielen sondern Wissen vermitteln" entschuldigte sich der selbe eritreische Lehrer in der Evaluation und meinte wertschätzend": das Wissen konnte spielerisch erarbeitet werden".

Hintergrund:                                                                                                                                                                                                   Eritrea ist ein Land im Aufbau. Die zweitjüngste Nation der Welt erlangte - nach 30 jährigem Kampf (1961 – 91) - erst 1993 seine Unabhängigkeit. Der Grenzkrieg 1998- 2000 warf das Land nochmals um Jahre zurück. 2001 begann Eritrea, das höhere Bildungswesen auf und aus zu bauen, die sieben Colleges des Landes sind gut aufgestellt und ausgerüstet. Berufsbildung geschieht in Eritrea aber noch fast ausschliesslich im Vorzeigen und Nachmachen. Die Kinder lernen ein Handwerk von Ihren Eltern oder älteren Geschwistern. Das heisst, die Ausbildung basiert auf „Kinderarbeit“, doch mit der positiven Konsequenz, dass die jungen Erwachsenen anschliessend eine Arbeit haben, sei es im elterlichen Betrieb oder als selbstständiger Handwerker.

In einigen grösseren Städten gibt es Workshops – unterstützt durch die UNO (UNDP) – in denen aber nicht eine vollständige Ausbildung angeboten wird, sondern kurze „Skills-Trainings“ (das Erlernen handwerklicher Fertigkeiten) durchgeführt werden.

Vor diesem Hintergrund unterstützt SUKE ein für Eritrea Projekt des Nationalen Gewerkschaftsbundes (NCEW), der in Massawa - der zweitgrössten Stadt des Landes nach Asmara -  ein Berufsbildungszentrum führt. Dort sollen in einer ersten Etappe, junge Arbeiter, welche in den Industriebetrieben der Region arbeiten, die theoretischen Grundlagen ihres Berufes erlernen und dadurch zu kompetenteren Berufsleuten werden. In einer zweiten Etappe sollen dann junge Eritreer/Eritrerinnen eine - dem Schweizer dualen Berufsbildungssystem nachempfundene - Lehre absolvieren können.

Das Projekt mit den eritreischen Partnern entwickelt hat  Hans Furrer.  Er hat vor seiner Pensionierung während über zwanzig Jahren als Erwachsenenbildner Berufsfachschullehrpersonen in der Schweiz ausgebildet. Gleichzeitig hat er langjährige Erfahrung mit Bildungsprojekten in Afrika (Togo, Mali). 2009/10 hat er bereits in einem Schulleitungsprojekt der EU in Eritrea unterrichtet.

Aktivitäten:
Schweizer Berufsfachschullehrer reisen zwei- dreimal pro Jahr nach Massawa und sind dort in der Aus- und Weiterbildung von Berufsschullehrern tätig. Fokussiert wird in den Trainingseinheiten auf neue interaktive, ressourcen-orientierte und lernende-orientierte Unterrichtsformen. 

Beitrag von SUKE:
SUKE hat das Projekt gemeinsam mit dem Projektpartner NCEW entwickelt und der DEZA vorgelegt. Die DEZA hat das Projekt als Pilotprojekt im Zeitraum November 2017 - 2019 unterstützt und Anfang Februar 2020 zugesagt, ein Folgeprojekt 2020 bis 2023, weiterhin mitzutragen. Durch diese Zusage ist das Erfolgsmodell Zusammenarbeit DEZA - SUKE - NCEW für weitere drei Jahre gesichert.

Berichte zum Projekt:                                                                                                                                                                                             Das Projekt ist für alle Beteiligten von grosser Bedeutung, darum findet sich in fast allen Eritrea-Infos seit Beginn des Projektes ein Bericht dazu: Eritrea-Info 85, S. 3; Eritrea-Info 86, S.4/5; Eritrea-Info 87, S.7; Eritrea-Info 88, S.4/5;                                                                   Aktuellster Bericht zum Berufsbildungsprogramm in Massawa: Eritrea Info 89, S.4/5