2010 - Internationales Jahr der Biodiversität PDF Drucken E-Mail

Die Generalversammlung der UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt.

Dies ist kein Zufall: Die Vertragsparteien der Biodiversitätskonvention – unter ihnen die Schweiz – haben sich just bis zum Jahr 2010 ehrgeizige Ziele gesetzt.


Die Konvention zur Biologischen Vielfalt

Am Weltgipfel der Vereinten Nationen in Rio trafen sich 1992 führende Politiker zu einer Konferenz über Umwelt und Entwicklung. Eines der unterzeichneten Abkommen war die Konvention über die Biologische Vielfalt – die erste globale Vereinbarung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität. Das Abkommen erlangte in kurzer Zeit breite Akzeptanz. Mehr als 150 Regierungen unterzeichneten das Dokument noch vor Ort, inzwischen zählen mehr als 180 Länder zu den Vertragsstaaten. In Kraft trat die Konvention am 29. Dezember 1993.

Die drei Hauptziele der Konvention sind:

  • die Biodiversität erhalten;
  • die Nutzung der Bestandteile der Biodiversität nachhaltig zu gestalten;
  • Vorteile und Gewinne, die sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergeben, ausgewogen und gerecht verteilen (sog. Access and Benefit Sharing)

Das Übereinkommen ist ein Meilenstein im internationalen Recht. Erstmals wird die Erhaltung der biologischen Vielfalt als «ein gemeinsames Anliegen der Menschheit» und als ein integraler Bestandteil der Entwicklung anerkannt. Die Konvention ist bindend, die unterzeichnenden Länder, sind zur Umsetzung ihrer Bestimmungen verpflichtet. Beschlussfassendes Organ ist die Konferenz der Vertragsparteien (Conference of Parties COP). Das nächste Treffen findet vom 18. bis zum 29. Oktober 2010 in Nagoya statt.

Dieses Jahr gilt es auch zu überprüfen, wie die so genannten 2010-Ziele umgesetzt wurden. Sie bezwecken, die Verlustrate der Biodiversität signifikant zu reduzieren. Der Erhalt der Biodiversität ist ein Schlüssel für die Armutsbekämpfung und die Sicherung von Ernährung und Gesundheit weltweit.

Folgende Webseiten geben grundlegende und entwicklungspolitische Informationen zur Biodiversität:

Biodiversitätsjahr 2010

Begriffe, Grundlagen

  • Begriffsklärung und eine Chronologie der CBD-Konferenzen bietet die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen im «Themenschwerpunkt Biodiversität».
  • Hilfreich für den thematischen Einstieg sind die Zusammenfassungen wissenschaftlicher Berichte auf «Green Facts» (auch in Deutsch) und das Dossier der Deutschen Bundeszentrale für politische Bildung «Artenvielfalt».
  • Die GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) liefert Definitionen von Bio- und Agrobiodiversität und listet wichtige Abkommen rund um den Schutz und die Nutzung biologischer Vielfalt auf: Biodiversität > Hintergrund.
  • Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) liefert Wissenswertes zum «Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD)».
  • Das Sekretariat der Biodiversitätskonvention unterhält die CBD-Website (Englisch).
  • Kompetenzzentrum für die Biodiversitätsforschung in der Schweiz ist das Forum Biodiversität.

Biodiversität und Entwicklung

  • Biodiversität ist ein Querschnittsthema der Entwicklungspolitik: «Mainstreaming beginnt zuhause», E+Z, Entwicklung und Zusammenarbeit, Nr. 1, Januar 2010.
  • Die Ernährungssicherung ist der Fokus von Swissaid, so in einem speziellen «Dossier Biodiversität» (auf «Interportal») oder auf der eigenen Website unter «Sorten- und Artenvielfalt».
  • Mit der Ausbeutung der Biodiversität in den Entwicklungsländern beschäftigen sich etwa die EvB (Erklärung von Bern) und der EED (Evangelischer Entwicklungsdienst).
  • Das Forum Umwelt & Entwicklung und der Deutsche Naturschutzring betreuen die Informationsplattform «Biologische Vielfalt».
  • Den Entwicklungsbezug stellt naturgemäss auch das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) her: Conservation and Sustainable Use of Biodiversity.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. April 2010 um 12:50 Uhr