Kampagne "Recht ohne Grenzen" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Imhof   
Mittwoch, den 09. November 2011 um 13:53 Uhr

Kampagne 'Recht ohne Grenzen'

Die Kampagne verlangt verbindliche Regeln für Schweizer Konzerne, damit diese weltweit die Menschenrechte und die Umweltstandards einhalten müssen.

Bundesrat und Parlament sollen mit klaren Regeln sicherstellen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit die Menschenrechte und Umweltstandards einhalten. Das fordern rund 50 Organisationen in einer gemeinsamen Kampagne „Recht ohne Grenzen“. Menschenrechte und Umweltschutz sind zu wichtige Anliegen, als sie einfach dem Gutdünken der Konzerne zu überlassen. Unterstützung erhielten die Organisationen von Ständerat Dick Marty. Der Menschenrechtsspezialist rief die Schweiz auf, auch im Interesse des eigenen Rufes für klare Verhältnisse zu sorgen.

Petition für verbindliche Regeln

Die rund 50 Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke, Gewerkschaften und Umweltverbände, Frauenverbände und aktionärskritischen Vereinigungen, die sich in der Allianz „Recht ohne Grenzen“ zusammengeschlossen haben, fordern nun „klare Regeln für Unternehmen.Weltweit“.  Mit ihrer Kampagne und einer an Bundesrat und Parlament gerichteten Petition verlangen sie zwingende Bestimmungen, um Firmen mit Sitz in der Schweiz auf die Einhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards zu verpflichten.

„Heute trägt das Stammhaus eines Unternehmens keine Verantwortung für die Handlungen seiner Filialen oder Zulieferfirmen im Ausland“, kritisierte Chantal Peyer von Brot für alle/Fastenopfer. Verstosse zum Beispiel ein Glencore-Tochterunternehmen im Kongo gegen die Menschenrechte, hätten die Opfer heute keine Möglichkeit, die verantwortliche Mutterfirma einzuklagen. „Für die Menschenrechtssituation in diesen Ländern ist das gravierend.“

Die Schweiz - ein Hort von Multis

Der Schweiz als „Hort von Multis“ komme beim Thema Unternehmen und Menschenrechte eine spezielle Verantwortung zu, erklärte Urs Rybi, Rohstoffexperte der Erklärung von Bern. Sie zähle pro Kopf der Bevölkerung weltweit am meisten international tätige Firmen. Nebst den Traditionsunternehmen operierten auch immer mehr Zuzüger von hier aus, darunter überdurch­schnittlich viele aus der Rohstoffbranche, die „bezüglich Risiken für Mensch und Umwelt so exponiert ist wie kaum eine andere“. Für Rybi ist es unverständlich, dass der Bundesrat zwar für private Sicherheitsfirmen, die im Ausland tätig sind, rasch klare Bestimmungen einführen wolle, bei allen anderen Firmen aber auf die Selbstverantwortung verweise.

Unterschreiben Sie die Petition hier
Weitere Informationen, Fakten und Analysen finden Sie unter www.rechtohnegrenzen.ch

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. November 2011 um 14:01 Uhr